Musik für ALLE zugänglich mit dem Baschet-Instrumentarium!

Dienstag, 12.10.: Martine Pernoud, Musik-Therapeutin und Gründerin und Co-Direktorin der Musikschule “la bulle d’air” in Genf, 16.00 / 17.00 Uhr, Raum 142

Baschet bestehen aus Metalltastaturen aus Platten, die auf akustische Verstärkungskegeln platziert sind. Ihre Klänge haben absichtlich keine klar definierten Frequenzen und sind in Nebeneinanderstellungen von Klangfarben organisiert. Die Vibrationen sind sehr präsent und machen es zu einem wirklich multisensorischen Instrument.

Die Grenzen, denen man beim Musizieren mit Menschen mit Behinderung häufig begegnet, liegen im Instrument selbst Nicht so bei diesem Instrument: Baschet eröffnet eine neue Perspektive, in der Musik auf ihre ausdrucksstärkste Weise einen wirklichen Beziehungsraum schafft, der für alle zugänglich ist. Um auf diesem Instrument einen Klang zu erzeugen, bedarf es weder der Technik noch der Beherrschung der Geste. Jede Bewegung erhält ihre Klang-Antwort. In diesem Workshop wird allen Teilnehmer:innen angeboten, dies zu erleben und die eigene Definition von Musik zu bereichern, um sich der ausdrucksstarken Kreativität der Welt der Behinderung zu öffnen.

Accessible Music Technology (Soundbeam, Skoog, Motion Composer, EXA:The Infinite Instrument)

Dienstag, 12.10.: Denis Huna, Musikleiter Tabula Musica, 16.00 / 17.00 Uhr, Raum 141

Accessible Music Technology (AMT) steht kurz davor, von einem Nischenplatz innerhalb des Musikmachens zu einem Teil einer grösseren Mainstream-Praxis zu werden. Künstler:innen mit Beeinträchtigungen stehen dabei an vorderster Front bei der Schaffung innovativer neuer Wege, um Musik mit Hilfe von Technologie machen zu können. In der Schweiz sind solche Instrumente noch wenig bekannt. In diesem Workshop werden verschiedene Instrumente vorgestellt, unter anderen EXA: The Infinite Instrument. EXA ist ein Musikinstrument basierend auf Virtueller Realität, welches völlig neue Dimensionen musikalischer Kreativität und Performance eröffnet. Denis Huna, musikalischer Leiter von Tabula Musica und Lukas Schmidt, Soundbeamspieler im Tabula Musica Orchester, führen ein in die Welt der Accessible Music Technology. Die Teilnehmenden sind eingeladen, selber auszuprobieren und zu musizieren.

Behinderung als Indikator des westlichen Verhältnisses zur Differenz

Dienstag, 12.10.: Dr. Pr. Lise Gremion-Bucher, 16.00 / 17.00 Uhr, Raum 112

Theorien über soziokulturelle Behinderungen sind in den gesellschaftlichen Vorstellungen und Darstellungen noch immer sehr präsent. Sie tragen zur Zuweisung fester Kategorien bei, die einige einschliessen und das Blickfeld und die Neugier anderer ohne wirkliche Änderungsmöglichkeit einschränken. Um von diesen schematischen kausalen Erklärungen wegzukommen, die symbolische Disqualifikation, die sie verschiedenen Bevölkerungsgruppen auferlegen, zu verstehen und neue Perspektiven der Begegnung zu eröffnen, wird hier vorgeschlagen, die Geschichte der Konstruktion der westlichen Beziehung zu zwischenmenschlichen Unterschieden zu überdenken.

Dr. Pr. Lise Gremion-Bucher unterrichtete mehrere Jahre in der Primarstufe, dann in der Fachpädagogik, bevor sie für die Ausbildung von Fachlehrern als HEP-Lehrerin in Biel und dann in Lausanne tätig war. Die von ihr durchgeführten Fortbildungen sowie ihre bildungssoziologische Forschung fokussieren sich insbesondere auf die Konstruktion von Bildungs- und sozialen Ungleichheiten im Hinblick auf die Entwicklung einer inklusiveren Gesellschaft.

Mind the gap – Wege zu einem inklusiven Musikunterricht

Dienstag, 12.10.: Christoph Brunner, Schlagzeuger, Musikpädagoge und
Kulturvermittler, HKB
, 16.00 / 17.00 Uhr, Raum 181

Einblicke und Austausch zu Fragen aus der Praxis: Wie ist unser Verhältnis zu Normen? Wie können wir uns besser an den Bedürfnissen unserer Schüler*innen orientieren? Wie gehen wir mit heterogenen Gruppen um? Wie arbeiten wir kreativ mit verschiedenen Notationsformen?

Christoph Brunner ist Schlagzeuger, Musikpädagoge und Kulturvermittler. An der HKB leitet er u.a. den CAS Enseignement musical et besoins particuliers und ist Beauftragter für Chancengleichheit und Inklusion.

Einführung ins Soundpainting

Donnerstag, 14.10.: Julien Perret, 14.45 / 16.20 Uhr, Veresssaal

Soundpainting ist eine multidisziplinäre Gestensprache zur Komposition in Echtzeit. Es richtet sich sowohl an Musiker:innen als auch an Tänzer:innen, Schauspieler:innen und bildende Künstler:innen. Die Komposition entsteht im Zusammenspiel zwischen dem Soundpainter und den Performern, die in der Produktion eine treibende Kraft sind.

Der ausgebildete Klarinettist Julien Perret-Mx ist zertifiziert für das Unterrichten von Soundpainting und Mitglied des International Think Tanks of Soundpainting.

DrumCircle. Inklusion durch Rhythmus

Donnerstag, 14.10.: Mathias Schiesser, Rhythmuslehrer, DrumCircle Facilitator, Musiktherapeut, Perkussionist, 14.45 / 16.20 Uhr, Kammermusiksaal

Im DrumCircle bilden wir ein improvisierendes Rhythmus-Orchester mit diversen Trommeln und Perkussion. Teilnehmen können grundsätzlich alle, unabhängig von musikalischer Erfahrung, Bildung, Herkunft, Alter, usw. Der Beitrag jedes/r Einzelnen zur gemeinsamen Musik ist willkommen und gleichwertig.

In diesem vorwiegend nonverbal angeleiteten rhythmisch-musikalischen Prozess können Sie Kooperation, Kommunikation, Toleranz und die gemeinschaftsbildende Kraft von Rhythmus unmittelbar sinnlich erfahren. Der Schwerpunkt liegt auf dem eigenen Erleben als Teilnehmende, daneben wird aber auch Zeit sein für Reflexion und Anregungen für den Transfer auf die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung. Instrumente stehen zur Verfügung.